Verboten – Fototermin mit Kyra

Verboten Fotoshooting mit Kyra fotografiert von Fotostudio Witten - Kristina Bruns

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Kategorien Unterwegs | Verboten

Es ist 13.27 Uhr. Die Sonne scheint. Der Himmel ist blau. Die Musik aus den Lautsprechern des Kleinwagens gut. Die Stimmung sehr gut. Wir sind zu Zweit unterwegs. Wir sind Kyra und ich. Unser Ziel ein Parkplatz in Hagen. Bloß nicht auffallen die Devise, aber irgendwie klappt das nicht so recht. Zuerst fallen wir auf, weil wir flasch abbiegen und zurück gehts nicht so einfach. Dann fallen wir auf, weil wir versuchen unauffällig zu sein. Und zu guter letzte fallen wir auf, weil zwei rothaarige, große Frauen, in schweren Stiefeln, Lederjacken und mit Kamera sowie Gasmaske bewaffnet einfach auffällig sind, wenn Sie sich auf die Bahngleise eines stillgelegten Fabrikgeländes zubewegen.

Als nächstes werden unsere Pläne dieses aussergewöhnlichen Fotoshootings jäh durchkreuzt. Der „Eingang“ zum Gebäude ist versperrt. Grünschnitt nimmt uns die Möglichkeit ohne große Umstände das leerstehende Gebäude zu betreten. So machen wir erstmal Aufnahmen auf den daneben liegenden Gleisen und an dem dort stehenden Güterzug. Auf dem Rückweg, fällt uns zwar auf, das wir mittels eines Stuhls und einer Leiter seitlich des Gbäudes hineinkämen. Aber klettern? Nein! Also nehmen wir den Weg, den wir uns zum Ausgang erkoren hatten. Sehr offensichtlich, direkt am Pförtnerhaus klettern wir durch den Bauzaun und stehen auf dem Gelände der verfallenden Fabrik. Das wir dabei von zwei Männern in unserem Alter beobachtet werden, interessiert uns nicht. Doch wie sich später herausstellt, passen die Beiden angeblich auf das Gebäude auf. Wie „Security“ sehen die  Zwei aber nicht aus. Doch von ihnen erhalten wir die „Erlaubnis“ Fotos auf dem Gelände zu machen.

Die Aufnahmen die wir machen sollen Endzeitfeeling erzeugen. Die Gasmaske ein netter Gimik für diese Aufnahmen. Doch besser gefällt mir die Schweißerbrille und die abgewetzte Lederjacke. Wir machen in den großen Hallen, auf dem Hof, in den Werkstätten und im Ingeneursbüro Aufnahmen. Nach ca. einer Stunde verlassen wir das Gebäude. Kyra sichtlich erleichtert, ich mit dem festen Willen eine offizielle Erlaubnis für Fotos in diesem Gebäude zu erhalten. Denn eigentlich hätten wir das Gelände nicht betreten dürfen, denn es ist ein Privatgrundstück. Doch zum Glück bekamen wir keinen Ärger sondern eine freundliche Ermahnung und letztendlich doch die Erlaubnis uns dort aufzuhalten. Danke an die beiden Herren, welche so freundlich waren uns das Shooting beenden zu lassen. Danke an Kyra für die gelungenen Aufnahmen und danke das es Orte wie diese Fabrik gibt, die einem aussergewöhnliche Fotoshootings ermöglichen.

Doch eine bitte an alle Leser: Diese Art von Gebäuden zu betreten ist grundsätzlich verboten. Man kann dafür zur Verantwortung gezogen werden. Es ist sinnvoll sich vorab eine offizielle Erlaubnis einzuholen. Doch auch dann gilt, vorsichtig zu sein und sich mit Bedacht zu bewegen. Lange leerstehende Gebäude bergen ungeahnte und unabsehbare Gefahren. So können Böden nicht mehr tragfähig sein, Holz morsch und alles ehr instabiel sein. Deswegen Augen auf. Ausserdem gilt: Hinterlasst nichts als Fußspuren und nehmt nichts mit als Bilder.

In diesem Sinne, es war ein verboten gutes Shooting.

— Veröffentlicht am 17. August 2015 at 11:38