Tutorial von Samira: Camera Obscura DIY

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Mit diesem Beitrag möchte ich den eifrigen Lesern zuerst einmal erklären, was eine Camera Obscura überhaupt ist. Bei dieser nützlichen kleinen Erfindung, handelt es sich um eine Lochkamera. Also ein dunkler Kasten mit einem kleinem Loch in einer der Wände.  So viel erst einmal zur Begriffsklärung.

Ich will also in diesem Beitrag zeigen, wie man sich ganz leicht eine, für Ereignisse wie die Sonnenfinsternis geeignete Camera Obscura (lat. Camera: „Kammer“; Obscura: „Dunkel“) baut. Das Problem bei solchen Naturspektakeln ist ja nun einmal, wie wir ja alle wissen, dass unsere Augen durch direkten Kontakt mit den Sonnenstrahlen und dem damit einhergehenden UV-Licht und den Infrarot-Strahlen erheblichen Schaden nehmen können, was sehr unschön ist und deshalb vermieden werden sollte. Die Funktion der Camera Obscura lässt sich also ganz einfach beschreiben: Das Licht fällt durch die kleine Öffnung an einer der Wände in die Kammer ein, wo es sich auffächert und auf die Rückwand trifft. Dadurch entsteht dort also ein lichtschwaches Bild, welches nur bei ausreichender Abdunkelung wirklich sichtbar ist, also muss man darauf besonders achten. Klingt logisch? Ist es auch!

Die allermeisten Menschen denken aber, wenn sie das Erscheinungsbild der Camera Obscura zum ersten Mal sehen, dass es furchtbar kompliziert, aufwändig und kostspielig sein muss, etwas Derartiges selbst zu bauen. Also will ich diesen Menschen und ihren vorgefertigten Meinungen über diese Sache ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen und sage: Jedes Kind könnte sich selbst so etwas bauen, und das mit Leichtigkeit! Die Materialien sind solche, wie sie jeder daheim bei sich finden kann und hier folgt nun also der Beweis für diese freche Aussage meinerseits:

Sie benötigen (Bild 1):

– Einen Schuhkarton

– 2 Toilettenpapierrollen

– Stecknadeln oder Reißzwecken

– Etwas Alufolie

– Ein weißes Blatt Papier

– Klebeband (zum besseren Schutz vor unerwünschten Lichteinfällen empfehle ich allerdings Panzertape)

– Schere oder Cutter

Zuerst kleben Sie den unteren Teil des Kartons an den Stellen, wo sich Ritzen bilden und Licht einfallen könnte ab und befestigen dann am Boden das weiße Blatt Papier um eine Projektionsfläche für das spätere lichtschwache Bild zu schaffen (Bild 2). Dann befestigen Sie den Kartondeckel auf dem Karton und kleben ihn ordentlich fest.

Dann nehmen Sie eine der Toilettenpapierrolle und zeichnen an deren Unterkante, an zwei parallel zueinander liegenden Stellen die runde Form nach (Bild 3). Sobald das geglückt ist, schneiden Sie die beiden runden Formen möglichst ordentlich aus (Bild 4). Anschließend sieht unser Zwischenstand schon recht abenteuerlich aus! (Bild 5) Nun schieben Sie die erste Rolle in eine der Öffnungen. Anschließend kleben Sie diese in einem 40°-Winkel mithilfe des Panzertapes ein, und das möglichst so ordentlich, dass um die Rolle herum keinerlei lichtdurchlässigen Stellen mehr übrig bleiben (Bild 6).

Der nächste Schritt beinhaltet die hübsch glänzende Alufolie. Daraus schneiden Sie, sobald Sie die bisherigen Arbeitsschritte erledigt haben, ein kreisrundes Stück heraus (Bild 7) und stechen mittig mit einer Reißzwecke ein kleines Loch hinein (höchstens 1mm Durchmesser – Bild 8). Nun folgt der letzte Schritt, in welchem Sie die Folie auf der Öffnung der zweiten Toliettenpapierrolle festkleben (Bild 9), die Sie zuvor noch nicht befestigt haben und diese Rolle bleibt tatsächlich auch unbefestigt und wird bloß in die zweite Öffnung des Kartons geschoben, um hinterher verstellbar zu sein. Man könnte diesen Vorgang damit beschreiben, dass Sie so das Bild später „scharfstellen“. Achten Sie aber sorgfältig darauf, dass die beiden Rollen im gleichen Winkel zueinander stehen, damit Sie ein optimales Ergebnis erzielen (Bild 10).

Natürlich ist der äußerlichen Gestaltung der Camera Obscura keine Grenze gesetzt und absolut frei zu handhaben. Es ist Ihnen also durchaus gestattet, diese mit Blümchen, Sternchen und pinkem Glitzerpapier zu verzieren, wenn Ihnen soetwas denn gefallen sollte und Sie können das gute Stück auch mit allem Anderen bekleben und bemalen, wie es Ihnen beliebt, falls Sie die Bastellust nun gepackt haben sollte.

Wenn Sie nun also das fertige Resultat Ihrer Bastelarbeit in Händen halten, sehen Sie durch das Papprohr, welches keinen Alufolienaufsatz hat und drehen sich so von der Sonne weg, dass ihr Schein durch das zweite Rohr hineinfällt. Wenn Sie die obrigen Anweisungen richtig befolgt haben, müssten Sie nun also das Objekt Ihrer Begierde als lichtschwaches Bild erkennen können, für das Sie die Camera Obscura gebaut haben. Erschrecken Sie nicht, denn das Bild ist auf dem Kopf stehend und spiegelverkehrt, das ist normal. Nicht umsonst nennt man diese Konstruktion auch eine „Metapher für die menschliche Wahrnehmung“.

Sollten Sie das Bild also richtigherum wahrnehmen, können Sie sich allerdings durchaus Sorgen machen, denn dann ist Ihre Wahrnehmung verkehrt!

— Veröffentlicht am 6. Oktober 2015 at 13:36